Versicherter Versand


photocase198746741Ob in Online-Shops oder bei eBay: Manche Händler bieten ihren Kunden eine unversicherte Versandart und daneben einen versicherten Versand gegen Aufpreis an. Dies ist wettbewerbswidrig. Dem Kunden wird schließlich suggeriert, er könne sich gegen Aufpreis einen Vorteil erkaufen; eine Versandart, bei der er gegen Transportschäden oder Verlust abgesichert ist nämlich.

In Wirklichkeit wird der Käufer hier animiert, für die Absicherung eines Risikos zu bezahlen, das es für ihn überhaupt nicht gibt. Im Versandhandel mit Verbrauchern haftet stets der Verkäufer für das Transportrisiko, nie der Käufer. Es macht daher für den Käufer überhaupt keinen Sinn, für eine solche Transportversicherung zu bezahlen.

Der Hintergrund eines derart irreführenden Angebotes liegt auf der Hand: Manche unredliche Händler möchten ihren Kunden die Mehrkosten des versicherten Versandes unterschieben. Diese Händler nutzen dabei die Unwissenheit der Verbraucher aus. Schließlich regelt § 443 BGB, dass bei Versandgeschäften der Käufer das Versandrisiko trägt. Grund genug, eine Versandversicherung abzuschließen, könnte man also denken. Weit gefehlt! § 474 Abs. 2 BGB regelt nämlich, dass dies beim Fernabsatzhandel mit Verbrauchern gerade nicht gilt.

Besonders dreiste Händler versehen ihre Geschäftsbedingungen noch mit dem völlig unzulässigen Zusatz, der Käufer trage bei dem unversicherten Versand das Risiko des Verlustes oder der Beschädigung der Ware.  Spätestens jetzt werden vorsichtige Kunden den Aufpreis für einen versicherten Versand zu zahlen bereit sein.

Diese Art der Übervorteilung des Kunden hat seit Herbst 2009 auf der Plattform eBay besonders um sich gegriffen und damit noch stärker an wettbewerbsrechtlicher Brisanz gewonnen. Nunmehr müssen Händler von Tonträgern und Filmen, einer  besonders relevanten Branche also, mindestens eine kostenlose Versandart anbieten. Der Kunde kann folglich verlangen, dass ihm die Ware ohne zusätzliche Versandkosten geliefert wird, wenn er diese kostenlose Versandvariante an Anspruch nimmt.

Es liegt auf der Hand, dass es vielen Händlern gelegen kommt, wenn der Käufer diese kostenlose Versandvariante nicht in Anspruch nimmt, sondern sich für eine kostenpflichtige Versandform entscheidet. Es liegt aber ebenso auf der Hand, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, warum der Käufer sich so entscheiden sollte.

Hier wird gern der versicherte Versand ins Spiel gebracht: Der kostenlose Versand wird ausdrücklich als unversichert angegeben, der versicherte Versand hingegen ist regulär zu bezahlen. Wenn der Käufer sich in dem Irrtum befindet, er müsse selbst für eine Versandversicherung sorgen, wird er den kostenlosen Versand nicht in Anspruch nehmen, obwohl dieser nur Vorteile für ihn hätte.

Die Kunden solcher Händler zahlen also freiwillig die Versandpauschale, während redliche Händler den Versand der Ware aus eigener Tasche finanzieren.

Auf diese Weise werden redliche Händler erheblich im Wettbewerb benachteiligt. Gegen eine solche unlautere Benachteiligung der Konkurrenz können und sollten Sie sich als Händler wehren.

Rechtsanwalt Lutz Schroeder, 24103 Kiel. Bundesweite anwaltliche Beratung im Internetrecht, Urheberrecht, Medienrecht, Presserecht, Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Gebrauchsmusterrecht, Patentrecht, Geschmacksmusterrecht, Recht bei eBay und Fragen zu Abmahnungen. Telefon: 0431 9902 9296

 

 

 

 

Ob in Online-Shops oder bei eBay: Manche Händler bieten ihren Kunden eine unversicherte Versandart und daneben einen versicherten Versand gegen Aufpreis an. Dies ist wettbewerbswidrig.

 

Diese Art der Übervorteilung des Kunden hat seit Herbst 2009 auf der Plattform eBay besonders um sich gegriffen und damit noch stärker an wettbewerbsrechtlicher Brisanz gewonnen. Nunmehr müssen Händler von Tonträgern und Filmen, einer  besonders relevanten Branche also, mindestens eine kostenlose Versandart anbieten.